F2: Saisonrückblick

Unsere Oberliga-Reserve landet erneut Vereinsrekorde – Talent Anne-Katrin Weingardt (19 Jahre) und Routinier Sylke Sowa (44) erfolgreichste Werferinnen

War schon der Vizemeistertitel nach dem Verbandsliga-Aufstieg für unsere 2. Frauenmannschaft des HSV 1956 Marienberg in der Saison 2015/16 ein neuer Vereinsrekord einer Reserve-Sieben in der damals noch 59-jährigen Geschichte des Marienberger Frauenhandballs, so wurde dieser in dem zuletzt beendeten Wettkampfjahr 2016/17 sogar noch einmal verbessert. Denn die HSV-Zweite um ihren Trainer Stefan Süßmilch und Teamleiterin Kerstin Schmähling wurde erneut erfreulicherweise mit nur zwei Punkten hinter dem Meister SC Markranstädt II Vizemeister der Verbandsliga Staffel West und damit auch das bestplatzierte Frauenteam des Erzgebirgskreises innerhalb des Spielbetriebes des Handball-Verbandes Sachsen.

In der Rückrunde und im Nachholespiel gab es 12 Siege in Folge, so dass man mit 34:10 Punkten und 633:482 Toren die Saison beendete. Außerdem gewann die HSV-Sieben erstmals die Fair-Play-Wertung souverän mit 25 Punkten Vorsprung vor dem HSV Mölkau und stellte erneut, wie schon im Vorjahr, die Torschützenbeste der Liga. Nur im HVS-Viertelfinal-Pokalspiel am 10.12.2016 mussten die Bergstädterinnen ihre letzte Niederlage (24:26) gegen keinen Geringeren als den neuen Sachsenmeister und neuen HVS-Pokalsieger, Radeberger SV, einstecken.

Nachdem unser Nachwuchstalent Vivian Dresel in der Saison 2015/16 die Torjägerkrone der Verbandsliga als 18-Jährige gewann, so wurde erfreulicherweise mit Anne-Katrin Weingardt ein weiteres, zu diesem Zeitpunkt auch noch 18-jähriges, Nachwuchstalent unseres Vereins die Torschützenbeste der Liga. Sie erzielte die meisten Feldtore (129) und zudem 40 Siebenmeter, so dass sie nach 21 Spielen 169 Treffer markierte. Vivian Dresel konnte diesmal beim Kampf um diesen Pokal nicht eingreifen, da sie nur achtmal in Punktspielen der Zweiten, aber dafür 20 mal in der Ersten auflief. Da sie auch noch in zwei Pokalspielen dabei war, so konnte sie auf 30 (!!) und somit auf die meisten Einsätze aller Spielerinnen der HSV-Ersten und Zweiten verweisen.

In allen 22 Punkt- und den zwei Pokalspielen der HSV-Reserve, in denen 3 Torhüterinnen und 18 Feldspielerinnen zu Einsätzen kamen, waren nur die ehemalige Oberliga-Spielerin, die Spieldrigentin und die in jeder Hinsicht vorbildliche Kapitänin, Kristin Tippmann-Wendrock, sowie die talentierte Kreisläuferin Lena Müller immer dabei. Erstere musste dabei auch immer bei Auswärtsspielen organisieren, dass ihre beiden kleinen Kinder in der Zeit in guter Obhut bei ihrem Mann oder den Großeltern waren. Außerdem betreute sie als Physiotherapeutin ihre Mitspielerinnen und war damit in den Spielen doppelt gefordert. Die auf verschiedenen Positionen eingesetzte Michelle Schmähling und Torhüterin Julia Kluge standen beide hinsichtlich der Einsatzzeiten nicht viel nach, sondern fehlten jeweils nur einmal. Routinier Sylke Sowa konnte nach Meniskus-OP erfreulicherweise wieder in 20 Partien mitwirken und belegte als zweitbeste Werferin ihres Teams den sehr guten 15. Platz in der Torschützenbestenliste der Liga. Dabei erzielte sie viele ihrer 90/3 Tore in einer überwiegend akrobatischer, einsatzstarker und sehenswerten Manier, wie es kaum jemand in der Liga bzw. vielleicht sogar darüber hinaus im Stande ist und die auch von Bundesliga-Spielerinnen nicht besser ausgeführt werden können. Damit und weil Sylke auch im Abwehrblock vorbildlichen Einsatz zeigte, ist sie ein großes Vorbild für alle Nachwuchsspielerinnen unseres Vereins. Wenn man dann noch aufführt, dass Sylke im Juli 45 Jahre alt wird, so sind ihre gezeigten Leistungen um so beachtlicher und bemerkenswerter. Sie war bei allen Aufstiegen des HSV dabei und gehörte immer mit zu den Leistungsträgerinnen. Dieser Vereinsrekord einer Spielerin wird vielleicht sehr sehr lang oder sogar ewig Bestand haben.

Die durch Stefan Süßmilch zum HSV gekommene, ehemalige, langjährige Spielerin des Sachsenligisten USV TU Dresden, Claudia Grützmann, kam auf 20 Einsätze, wobei sie ihre ganze Routine in die Waagschale warf. Erfreulich war auch, dass Franziska Reimann und Nikolett Pavel trotz ihrer Babys 17 mal bzw. 8 mal und die wurfgewaltige Dora Schneck nach ihrer Verletzungspause 11 mal mitwirkten und sie ihre Erfahrungen als ehemalige Spielerinnen der Ersten voll mit einbringen konnten. Sophie Weingardt war nach einer Spielpause auch erfreulicherweise 14 mal dabei. Der Pechvogel der Saison war Nora Hahn, die sich nach ihrem erfolgreichen Debüt nach ihrer Spielpause zurückgemeldet hatte. Denn bei ihrem 10. Spiel der Saison hatte sie sich einen Kreuzbandriss zugezogen muss damit eventuell (?) sogar ihre aktive Laufbahn beenden. Schade war es auch, dass Nachwuchstalent Celina Uhlmann arbeitsbedingt auf 15 Punkt- und Pokal-Spieleinsätze kam und Lea-Marie Hennig aus persönlichen Gründen nach vier Partien vorerst aufgehört hat. Jenny Hänig half erfreulicherweise 5 mal als Torhüterin aus als Laura Monse krankheitsbedingt ausfiel. Letztere sowie Julia Kluge kamen sogar als Keeperinnen in der HSV- Oberliga-Sieben zum Einsatz. Mit Julie Placzek erhielt ein weiteres hoffnungsvolles HSV-Talent dreimal Einsatzchancen, wobei sie ihre sechs ersten Tore im Erwachsenenbereich erzielte. Mit Anita Szabo, Veronika Parthova und Katalin Szita halfen auch Spielerinnen der HSV-Ersten aus.

“Leider konnten wir in der Hinrunde in einigen Partien verletzungsbedingt nicht mit voller Besetzung spielen, so dass wir einige Punkte dadurch abgeben mussten. Sylke Sowa musste nach ihrer OP vorsichtig anfangen, Anne-Katrin spielte durch ihre Knieverletzung gehandicapt und Dora Schneck fehlte verletzungsbedingt. Die Rückrunde war dann aber super. Dabei haben wir den neuen Meister und alle Medaillenanwärter nach sehenswerten Spielen bezwungen. Besonders überzeugend und herausragend als Torschützin hat Anna-Katrin gespielt. Unsere erfahrenen Spielerinnen wie Sylke, Kristin, Franziska haben ihre ganze Routine eingebracht und motivierend auf alle eingewirkt. Auf diesen und allen anderen älteren Spielerinnen lag zwar wieder die Hauptlast. Aber auch unsere Jüngeren haben sich ständig verbessert. Auch unsere Torhüterinnen gaben unserer Abwehr immer guten Rückhalt.
Der Zusammenhalt und das Klima im Team war sehr gut. Dass wir eine so gute Saisonbilanz ziehen können, haben wir Dank einer sehr guten kämpferischen und spielerischen Mannschaftsleistung erreicht. Durch die Neustrukturierung unserer beiden Frauenmannschaften werden beide Teams in einer total veränderten Formation auflaufen. An die Erfolge der letzten beiden Jahre wird unsere weiter verjüngte Zweite daher kaum anknüpfen können, sondern für sie gilt es, sich vor allem den Klassenerhalt zu sichern”, resümierte ein zufriedener, aber auch schon vorausblickender HSV-Coach Stefan Süßmilch.

“Im Namen des Vorstandes gratuliere ich unserer 2. Frauenmannschaft, ihrem Trainer Stefan Süßmilch, seiner Teamleiterin Kerstin Schmähling sowie allen, die an der hervorragenden Saisonbilanz ihren Anteil haben, recht herzlich und danke allen Aktiven für ihren vorbildlichen kämpferischen Einsatz bei allen Wettkämpfen ebenfalls recht herzlich. Unsere Sieben hat zuhause viele begeisternde Spiele vor einer für Verbandsliga-Verhältnisse würdigen und stimmungsvollen Zuschauerkulisse gezeigt. Alle Beteiligten können stolz sein, dass sie an dem weiteren größten Erfolg einer 2. Frauenmannschaft in der 61-jährigen Geschichte des Marienberger Frauenhandballs ihren unterschiedlichen Beitrag geleistet haben”, meinte ein mit dem Erreichten sehr zufriedener HVS-Präsident Karlgeorg Frank.

Statistik der Saison 2016/17:

Zu Einsätzen (Abkürzungen: Spiele/Tore/davon Siebenmetertore) in der 2. Mannschaft des HSV 1956 Marienberg in Meisterschaftsspielen und Pokalspielen kamen 3 Torhüterinnen und 18 Feldspielerinnen; nur Kristin Tippmann-Wendrock und Lena Müller waren in allen 22 Punkt- und den zwei Pokalspielen immer dabei:

Torhüterinnen: Julia Kluge (21/0/0), Laura Monse (16/0/0), Jenny Hänig (5/0/0),

Feldspielerinnen: Kristin Tippmann-Wendrock (22/54/1), Lena Müller (22/28/1), Anne-Katrin Weingardt (21/169/40), Michelle Schmähling (21/26/9), Sylke Sowa (20/90/3), Claudia Grützmann (19/25/0), Sophie Weingardt (14/6/0), Franziska Reimann (17/37/0), Celina Uhlmann (13/21/0), Dora Schneck (11/47/8), Nora Hahn (10/31/3), Vivian Dresel (8/63/21), Nikolett Pavel (8/21/8), Leah -Marie Hennig (4/0/0), Julie Placzek (3/6/0), Anita Szabo (1/7/0), Veronika Parthova (1/1/0), Katalin Szita (1/0/0),

2 Pokalspiele: 36:17-Auswärtssieg beim HBV Miltiz, 24:26-Heimniederlage gegen den späteren Sachsen-Meister und Poklasieger Radeberger SV

Höchste Heim- und Auswärtssiege: 37:19 -Südwest-Leipzig, 33:19 -Raschau-Beierfeld

Höchste Heim- und Auswärtsniederlage: 26:33 -HV Chemnitz III, 21:27 -SV Schneeberg

34:10 Punkte, 633:482 Tore, 16 Siege, 2 Remis, 4 Niederlagen

Zweitbester Angriff (633 Tore), zweitbeste Abwehr (482)

Karlgeorg Frank