Info: Saisonrückblick 2017/2018 1. Frauen

HSV- Sachsenliga-Handballerinnen erreichen mit Minikader Maximales
Bronzemedaille erkämpft – Sachsenpokal-Halbfinale erreicht – Sachsenmeister 2x besiegt

Hatte unsere 1. Frauenmannschaft in den vergangenen Jahren durch viele verletzungsbedingte Ausfälle mit Besetzungsproblemen zu kämpfen, so war es für sie in der abgelaufenen Saison 2017/18 noch dramatischer. Durch den Wegfall einiger wichtiger Sponsoren, die es bisher ermöglichten, dass der HSV einige Jahre in der 3. und 4. Liga spielen konnte, musste unsere Erste bekanntlich aus der Mitteldeutschen Oberliga in die Sachsenliga zurückgezogen werden. Durch Abgänge von neun renommierten Stamm- und drei jungen Spielerinnen startete sie mit einem sehr kleinen, verjüngten und neu formiertem Kader. Unsere Zweite konnte auch nur erhalten werden, weil sich alle B-Jugendlichen und Spielerinnen unter 21 Jahren bereiterklärten, an einem Tag zweimal zu spielen. Um den Zusammenhalt der Teams untereinander zu verbessern und jungen Spielerinnen den Sprung zu den Frauenteams zu erleichtern, hatte sich der Trainer der Zweiten, Stefan Süßmilch, bereiterklärt, zusätzlich die Erste und die B-Jugend zu trainieren. Mit Silke Heft und Andrea Placzek wurden zwei neue Teamleiterinnen für die beiden Teams gefunden, wobei sich Erstere als neue Jugendwartin des HSV um die C- und B-Nachwuchsteams kümmerte. Fanclub-Mitglied und Trommler Frank Reimann hatte sich erfreulicherweise bereiterklärt, einmal pro Woche ein Torhüterinnen-Training zu machen.

Allen war bewusst, dass die Saison sehr schwer und eine große Herausforderung werden wird, zumal sich die Situation kurz vor Saisonstart noch verschärfte. Denn Anne-Katrin Weingardt und Leonie Tinney wechselten ins Drittliga- und Jugend-Oberligateam vom HV Chemnitz und mit Dora Schneck und Franziska Reimann fielen weitere verletzungs- und arbeitsbedingt aus. Als auch noch Nachwuchstalent Julie Placzek ab dem 11. und Leitungsträgerin Dominika Kodojova ab dem 14. Spieltag bis Saisonende verletzungsbedingt ausfielen und weitere Spielerinnen oftmals aus diesen Gründen fehlten, erhöhten sich die Besetzungssorgen. Erfreulicherweise hat sich die 2016 verabschiedete langjährige Leistungsträgerin Lucie Hribova in dieser schwierigen Situation bereiterklärt, ab dem 10. Spieltag auszuhelfen. Ihr gelang beim überraschenden 26:22 Auswärtssiege beim Spitzenreiter mit 7 Toren ein super Einstand beim späteren Sachsenmeister SG Neudorf/Döbeln. Auch beim Rückspielsieg gegen den Meister, sowie bei allen ihren anderen Partien war sie eine große Stütze ihres Teams.

Vier Torhüterinnen, 15 Feldspielerinnen – wovon 12 HSV-Eigengewächse waren – kamen in der 3. Sachsenliga-Saison zu Einsätzen. Mit einem sehr guten 3. Platz wurde sie nach 22 Punktspielen (15 Siege, 1 Remis, 6 Niederlagen) mit einem beachtlichen 31:13 Punktestand beendet. Zum 6. Mal wurde das Sachsenpokalhalbfinale erreicht. Nur Torhüterin Jessica Flemming war bei allen 22 Punkt- und den 3 Pokalspielen dabei. Torhüterin Laura Monse fehlte nur bei einem Punktspiel und einmal musste sie sogar im Feld ran. Beide gaben ihrem Team immer sehr guten Rückhalt. Vivian Dresel fehlte nur einmal und war zudem 19 x bei der Zweiten dabei. Sie kam auf 43 (!!) Einsätze und wurde zudem zweitbeste in der Torschützenbestenliste der Verbandsliga St. West. Auch Lena Müller kam auf 40 Einsätze (20x Erste/20x Zweite).

„Lena hat die positivste Entwicklung von allen genommen. Sie hat immer sehr mannschaftsdienlich gespielt und hat alles Private untergeordnet. Sie war auch über Kurzeinsätze nicht enttäuscht, sondern hat immer positive Stimmung auch von draußen gemacht. Sie war der gute Geist in beiden Teams. Dafür hat sich sich ein Extralob verdient, “, meinte Stefan Süßmilch.

Mit Emily Mehlhorn, Frenzi Heft und Julie Placzek kamen drei 16-jährige B-Jugendliche und mit Celina Uhlmann, Lena Müller und Michelle Schmähling drei weitere Spielerinnen zu ihren ersten Einsätzen in der Sachsenliga. Die Routiniers Sylke Sowa und Kristin Tippmann-Wendrock wollten eigentlich nur in der Zweiten spielen. Erstere half zusätzlich achtmal in der Ersten aus, wobei sie immer überzeugende Leistungen zeigte. Kristin spielte sich bereits am 2. Spieltag oben fest, und fehlte dann nur noch zweimal. Der langjährige ehemalige Käpt`n führte klug Regie und gehörte wie in alten Zeiten zu den einsatzstärksten Aktiven ihres Teams, in dem mit Stephanie Gaitzsch und Ioana Anna-Maria Pocris zwei erfahrene Dritt- und Viertliga-Spielerinnen standen. Letztere fehlte nur einmal und wurde Torschützenbeste der Liga (171 T/ 21 Spiele). Nikolett Ludaniy (HSV II) sprang 4x ein und musste aber wegen einer Verletzung oftmals passen. Torhüterin Julia Kluge und Routinier Claudia Grützmann (beide HSV II) waren jeweils einmal dabei. Letztere hatte eigentlich schon aufgehört. Dankenswerterweise lief sie beim entscheidenden Spiel um Bronze auf und erzielte 4 Tore zum Sieg.

Dass trotz all dieser enormen Probleme ein sehr guter 3. Platz in der höchsten Spielklasse Sachsens erreicht wurde, spricht für die Sieben und Trainer Stefan Süßmilch. Dafür haben sich alle Beteiligten den herzlichen Dank des HSV-Vorstandes und auch bestimmt die Anerkennung der Fans redlich verdient.

„Mit einem Minikader haben wir dank einer klasse Teamleistung ein sehr gutes Ergebnis und Maximales erreicht. Denn viele Spielerinnen mussten an einem Tag oder an einem Wochenende doppelt ran. Alle gingen dabei an ihre Belastungsgrenze, zeigten sehr guten Teamgeist, stellten Privates zurück. Celina nahm sogar Urlaub. Entsprechend unserer Möglichkeiten war es eine super Saison. Hierfür kann ich nur den Hut ziehen und alle haben sich ein großes Lob verdient. Auf die Dauer ist so etwas aber nicht zu halten. Den vorbildlichsten Trainings- und Wettkampfeinsatz zeigte Kristin. Denn trotz Selbständigkeit und zwei kleiner Kinder koordinierte sie alles, war immer da und stellte Privates hinten an. Zudem war sie als Physiotherapeutin ihres Teams noch im Einsatz und leistete oftmals Erste Hilfe für ihre Mitspielerinnen. Uns steht erneut eine sehr schwere Saison bevor, zumal die Liga mit drei renommierten Oberliga-Absteigern und zwei Neulingen noch einmal spielstärker besetzt ist.“, blickt ein sehr zufriedener HSV-Coach zurück und schon mit etwas Bedenken auf Kommendes voraus.

Statistik der Sachsenliga-Saison 2017/2018:
Trainer: Stefan Süßmilch, Teamleiterinnen Silke Heft und Andrea Placzek, Dritter der Sachsenliga, 22 Punktspiele, 15 Siege, 1 Remis, 6 Niederlagen, 31:13 Pkt. 625:548 Tore, bester Angriff,drittbeste Abwehr, höchster Heimsieg: 35:17-SCM II (H), höchster Auswärtssieg: 37:37 HCL II, höchste Heimniederlagen: 21:23:USV Dresden höchste Auswärtsniederlage HV C II 26:35, drei Pokalspiele: (2S/1N) Rotation Weißenborn 27:19 (A), 30:25 TUS Mockau (A), und Halbfinale HVC II 30:32 (A)

Ioana Anna-Maria Pocris Torschützenbeste der Liga mit 171 T in 21 Spielen
Torhüterin Jessica Flemming: 22 Punkt- und 3 Pokalspiele!
In allen 22 Punktspielen war nur Vivian Dresel dabei.

Zu Einsätzen in der Sachsenliga-Sieben der Saison 2017/18 kamen:
Torhüterinnen: Jessica Flemming (0T/22 M+3P ), Laura Monse ( 0T/21M+3P), Julia Kluge (0T/1M.)
Feld: (Reihenfolge nach Einsätzen):
Vivian Dresel (81T/22M+2P), Ioana Anna-Maria Pocris (171T/21M+3P), Lena Müller (15T/ 20 M+1P), Kristin Tippmann-Wendrock (29T/19M+3P), Stefanie Gaitzsch (94T/18 M+3P) Celina Uhlmann (17T/14M+1P), Emily Mehlhorn (37T/12M+1P) Frenzi Heft (17T/11M/+1P), Dominika Kodajova (62T/11M/+2P)/ , Lucie Hribova (48T/9M+2P), Julie Placzek (9T/9M+1P), Sylke Sowa (17T/6M/+2P), Michelle Schmähling(1T/ 4M+2P), Nikolett Ludanyi (11T/4M), Claudia Grützmann(4T/1M)

Erklärungen:
( T= Anzahl der Tore, M = Anzahl der Meisterschaftsspiele, P= Anzahl der Pokalspiele