Archiv der Saison 2010/2011, Mitteldeutsche Oberliga

Hintere Reihe von links:
Chris Tippmann, Thomas Liebscher, Kristin Wendrock, Stefanie Arnold, Lisa Köhler, Eva Vorstarkova, Nikola Sichmanova, Petra Vozobulova, Lutz Günther
Vordere Reihe von links:
Sylke Sowa, Franziska Reimann, Peggy Süß, Isabel Beyer, Lucie Hribova, Tereza Sichmanova, Eva Kracmanova, Jana Libovicka, Nicol Janikova (Nicht im Bild: Veronika Lehmann)
Trainer: Lutz Günther
Co-Trainer: Chris Tippmann
Teamleiter: Thomas Liebscher
Saison-Abschlussbericht
Erste Spielzeit in neuer 4. Liga mit Bravour gemeistert
Supercup- und DHB-Pokal-Debüt – Bronzemedaille trotz Verletzungspech
Nachdem die 1. Frauenmannschaft des HSV 1956 Marienberg in der Saison 2009/10 mit dem erstmaligen Gewinn des Landespokals und dem Aufstieg in die neue 4. Liga schon Vereinsbestleistungen aufstellte, konnten in der vergangenen Saison 2010/11 diese beachtlichen Erfolge sogar noch getoppt werden. Denn mit dem Bronzemedaillengewinn in der aus Vertretern Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens neugebildeten überregionalen Mitteldeutschen Oberliga, wurde von den Bergstädterinnen der bisher größte Erfolg einer Marienberger Handballmannschaft in der 55-jährigen Vereinsgeschichte eingefahren. Zudem debütierte das Erfolgsteam in dieser Spielzeit im HVS-Supercup und im DHB-Pokal.
Wie erwartet, waren die Gegner im sächsischen Supercup bzw. in der Auftaktrunde des DHB-Pokals, die jeweils zu Beginn der Saison stattfanden, ein bis zwei Nummern zu groß. Zudem galt es, die Neuzugänge zu integrieren. So hatte man gegen die Favoriten, Sachsenmeister HCS Neustadt-Sebnitz (Supercup) und Zweitbundesligist TV Mainzlar (DHB-Pokal), keine Chance. Bei beiden Partien kassierte man eine deutliche Niederlage und musste viel Lehrgeld zahlen, konnte jedoch jede Menge Spielerfahrung sammeln, was sich auf den weiteren Saisonverlauf dann positiv auswirken sollte.
Die mit Spannung erwartete erste Punktspielsaison in der neuen 4. Liga verlief dagegen trotz des großen Verletzungspechs von Leistungsträgerinnen sehr erfolgreich: 28:12 Punkte aus 20 Partien standen am Ende zu Buche. Das beachtliche Ergebnis wurde durch den Rückzug der TSG Ruhla sogar noch geschmälert, denn vier Pluspunkte gingen so verloren. Sehr bedauerlich war zudem, dass sich Rückraum-Ass Eva Vostarkova gerade im Heimspiel gegen die TSG am 08.01.11, das eine Woche später schon bedeutungslos war, so schwer am Knie verletzte, dass sie bis zum Saisonende ausfiel. Und auch vorher mussten die HSV-Damen bereits Ausfälle von wichtigen Akteurinnen verkraften: So war zum Beispiel Routinier Jana Libovicka ebenso vom Pech verfolgt. Nachdem die Kreisläuferin mit spektakulären Treffern und Topform einen blitzsauberen Saisonstart hingelegt hatte, lädierte sie sich am 27.11.10 in Magdeburg ebenfalls das Knie und kam erst in den letzten drei Spielen wieder zu sporadischen Einsätzen. Als Feldspielerinnen hielten sich in dieser verletzungsgeplagten Zeit die zum erweiterten Kader gehörenden Peggy Süß und Veronika Lehmann (beide HSV II) bereit.
Der “Pechvogel der Saison” war jedoch Torhüterin Tereza Sichmanova: Sie zog sich am 05.09.10 bei der 1. Runde des HVS-Pokals in Mölkau eine Fußverletzung zu und fiel die folgenden 10 Spieltage aus. Mit Antje Neßler konnte glücklicherweise adäquater Ersatz gefunden werden. Sie fügte sich gut ein und hütete – neben Isabel Beyer – achtmal (vom 18.09.- 27.11.10) das HSV-Tor. Nachdem sich Tereza wieder ins Team zurückgekämpft hatte, wurde sie jedoch im Spitzenspiel in Rödertal erneut vom Verletzungspech verfolgt und fehlte dann bis zum Saisonende.
In Lucie Hribova hatten die Erzgebirgerinnen ihre herausragende Spielerin, die mit Zweitbundesligaerfahrung aufwartete. Sie überzeugte als Abwehr- und Angriffsregisseurin und war mit 144 Treffern auch die beste Torschützin ihres Teams. Den größten Leistungssprung im Saisonverlauf gab es bei Torhüterin Isabel Beyer zu verzeichnen. Die Nummer zwei im HSV-Gehäuse entwickelte sich enorm, vertrat Sichmanova hervorragend und rettete so manchen Punkt und Sieg.
Der Aufstieg in die neugeschaffene vierthöchste deutsche Spielklasse war auch mit einer Steigerung der Attraktivität des Handballs verbunden, denn die Marienberger Fans bekamen durchweg hochklassige Handballkost geboten. Erstmals in der HSV-Geschichte gaben ehemalige Reginalligisten, Meister und Vizemeister aus Thüringen und Sachsen-Anhalt ihre Visitenkarte bei einem Punktspiel am Goldkindstein ab. Der HSV-Fanclub sorgte dabei immer für beste Stimmung und ließ auch bei Auswärtspartien stets Heimspiel-Atmosphäre aufkommen.
“Für ihren engagierten Einsatz haben sich alle Aktiven, Trainer Lutz Günther, Co-Trainer Chris Tippmann und Teamleiter Thomas Liebscher den herzlichen Dank des HSV-Vorstandes verdient. Nur durch intensives Training und großen Siegeswillen in allen Spielen, wobei alle an ihre Leistungsgrenzen gingen, war es möglich, die Bronzemedaille in der ersten Mitteldeutschen Meisterschaft zu erkämpfen. Die 1. Frauenmannschaft hat zudem die Stadt Marienberg und den Erzgebirgskreis überregional würdig vertreten und damit für unsere Region und den Handballsport bestens geworben. Ein großer Dank gilt auch allen Helfern, Unterstützern, Sponsoren und Institutionen, ohne deren Hilfe wir keinen Trainings- und Wettkampfbetrieb in der 4. Liga bestreiten könnten”, resümiert der zufriedene HSV-Vizepräsident Karlgeorg Frank. (kgf)
Statistik der Oberliga-Saison 2010/2011:
| Endergebnis: | 3. Platz |
| Punkteverhältnis: | 28:12 Punkte |
| Torverhältnis: | 505:448 Tore |
| Punktspiele: | 14 Siege, 0 Unentschieden, 6 Niederlagen |
| Fair-Play-Wertung: | nicht veröffentlicht |
| Höchster Heimsieg: | 31:22 HSV – HBV Jena 90 |
| Höchster Auswärtssieg: | 18:35 HBV Jena 90 – HSV |
| Höchste H-Niederlage: | 23:27 HSV – HC Rödertal |
| Höchste A-Niederlage: | 32:24 HC Rödertal – HSV |
Punktspiel-Einsätze Torhüterinnen (inkl. Ruhla-Spiele):
| Name | Spiele | Tore |
| 01. Tereza Sichmanova | 06 | 0 |
| 02. Isabel Beyer | 22 | 0 |
| 03. Antje Neßler | 08 | 0 |
Torschützenliste (inkl. Ruhla-Spiele):
| Name | Spiele* | Tore |
| 01. Lucie Hribova | 22 | 144 |
| 02. Nikola Sichmanova | 21 | 63 |
| 03. Nicol Janikova | 22 | 62 |
| 04. Eva Vostarkova | 10 | 42 |
| 05. Lisa Köhler | 22 | 41 |
| 06. Eva Kracmanova | 22 | 39 |
| 07. Sylke Sowa | 20 | 34 |
| 08. Franziska Reimann | 20 | 25 |
| 09. Jana Libovicka | 12 | 24 |
| 10. Stefanie Arnold | 22 | 18 |
| 11. Petra Vozubulova | 21 | 12 |
| 12. Kristin Wendrock | 08 | 01 |
(*unter Vorbehalt: eventuell verletzt, aber auf Protokoll)
Abschlusstabelle Saison 2010/2011
| Platz | Mannschaft | Spiele | g | u | v | Tore | Tordiff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | SHV Oschatz | 22 | 18 | 1 | 1 | 581:446 | 135 | 37:03 |
| 2 | HC Rödertal | 22 | 18 | 0 | 2 | 704:457 | 247 | 36:04 |
| 3 | HSV 1956 Marienberg | 22 | 14 | 0 | 6 | 505:448 | 57 | 28:12 |
| 4 | BSV Sachsen Zwickau 2 | 22 | 12 | 0 | 8 | 568:546 | 22 | 24:16 |
| 5 | BSV 93 Magdeburg | 22 | 8 | 1 | 11 | 500:509 | -9 | 17:23 |
| 6 | SV Union Halle-Neustadt 2 | 22 | 8 | 0 | 12 | 513:566 | -53 | 16:24 |
| 7 | HC Salzland 06 | 22 | 8 | 0 | 12 | 431:493 | -62 | 16:24 |
| 8 | TSG Calbe | 22 | 7 | 0 | 13 | 435:504 | -69 | 14:26 |
| 9 | TSV Niederndodeleben | 22 | 6 | 2 | 12 | 477:545 | -68 | 14:26 |
| 10 | SV Aufbau Altenburg | 22 | 5 | 2 | 13 | 502:547 | -45 | 12:28 |
| 11 | HBV Jena 90 | 22 | 2 | 2 | 16 | 394:549 | -155 | 06:34 |
| 12 | TSG Ruhla | 0 | 0 | 0 | 0 | 000:000 | 0 | 00:00 |
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