Archiv der Saison 2005/2006, Verbandsliga West

Hintere Reihe, von links:
Karel Parth, Luci Parthova, Kristin Arnold, Kapitän Kristin Wendrock, Katja Wendrock, Katrin Stahr, Monique Günther, Stefanie Arnold, Karlgeorg Frank
Mittlere Reihe, von links:
Kamila Dolejsowa, Sylke Sowa, Martina Hunger, Nora Hahn,
Vordere Reihe, von links:
Nanette Patz, Dominik Liebscher, Alena Parthova
Trainer: Karlgeorg Frank
Co-Trainer: Karel Parth
Teamleiter: Thomas Liebscher
Saison-Abschlussbericht
HSV-Sieben meistert ihre 7. Verbandsliga-Saison noch souverän
Die sehr schwere Saison 2005/06 für die 1.Frauenmannschaft des HSV 1956 Marienberg ist nun schon wieder Geschichte. Mit 22:22 Punkten wurde dabei das bisherige zweitbeste Ergebnis nach dem Aufstiegsjahr 2001 und somit in der 50-jährigen Handballgeschichte des HSV erreicht. Bevor diese erfreuliche Bilanz feststand, durchlebte die HSV-Sieben Höhen und Tiefen. Die Saison begann gleich mit einigen Pauken- und Nackenschlägen für die HSV-Sieben um Kapitän Kristin Wendrock, denn viele unerwartete Ausfälle mussten verkraftet werden. Torjägerin Eva Kankova, die maßgeblich am Klassenerhalt und an den Sensationssiegen der vergangenen Saison beteiligt war, wechselte überraschend zum Regionalligisten SHV Oschatz. Aus gesundheitlichen Gründen fiel mit Rita Köhler eine weitere auf allen Feldpositionen und sogar als Torhüterin einsatzbare, abwehrstarke und routinierte Stammspielerin kurzfristig aus. Mit Sylke Sowa fehlte verletzungsbedingt in den beiden ersten Spielen eine weitere Leistungsträgerin. Sie spielte anschließend einige Male mit getepter Wurfhand stark gehandicapt. Die für die HSV-Erste mit vorgesehene Katrin Martin musste aus privaten und gesundheitlichen Gründen passen. Das hoffnungsvolle Talent Jenny Ullmann pausierte wegen einer Verletzung und hängte danach überraschend ihre „Schuhe an den Nagel.“ Wie vorher abgesprochen, wechselten Antje Teichert, Jana Franke und Carmen Jäger drei langjährige, routinierte Spielerinnen in die HSV-Zweite. Neuzugang Kerstin Mehlhorn vom SV Beierfeld konnte leider aus beruflichen und verletzungsbedingten Gründen nur einmal bis Dezember mit dem Team trainieren und kam daher auch nur auf drei Einsätze. Sie war damit nicht die erhoffte Verstärkung. Leider konnte auch Stammtorhüterin Nanette Patz berufsbedingt so gut wie nicht trainieren. Sie stellte sich aber trotzdem anfangs für sechs Spiele dankenswerterweise als Ersatzkeeperin zur Verfügung, bevor sie aus beruflichen Gründen ganz aufhören musste.
Daher gab es über einen Großteil der Saison auch noch ein Torhüterproblem, denn mit Alena Parthova hatte man nur eine Torhüterin mit Verbandsliga-Niveau immer zur Verfügung. Viermal hielten sich dankenswerterweise Feldspielerin Monique Günther und dreimal Diane Töpfer (HSV III) als Ersatztorhüterinnen bereit. Erst sieben Spieltage vor Schluss konnte durch das Einbeziehen der A-Jugendspielerin Jenny Hänig das Torhüterproblem entschärft werden. So fehlten dem neuen HSV-Trainer Karlgeorg Frank, der für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Gerd Beyer das sehr schwierige Amt übernahm, gleich die halbe Mannschaft zum Saisonbeginn. Bedingt durch Auswärtsarbeit, Studium, Verletzungen, Krankheiten und auch privaten Gründen konnte die Mannschaft kaum vollzählig trainieren und die Trainingsbeteiligung litt ebenfalls sehr darunter. Mit den Wechselspielerinnen des Vorjahres Katja Wendrock, B-Jugend Kapitän Kristin Arnold mussten mit Nora Hahn, Monique Günther (vorher HSV II) Jenny Hänig und Fanny Knebel ( HSV-A-Jugend) viele Neulinge integriert werden. Da neue Erkenntnisse des Trainingsablauf und der Trainingsmethotik auch nicht immer auf Verständnis stießen, gab es dabei zusätzliche unnötige Spannungen im Team. Jede Mannschaft hätte bei derartigen schlechten Voraussetzungen Probleme bekommen.
Trotzdem gelang ein schöner Auftakterfolg gegen Taucha, aber man verlor überraschend beim Oberlungwitzer SV deutlich. Vom HC Annaberg-Buchholz wurde man beim 16:25 in eigener Halle dann förmlich deklassiert, wobei man dabei auch kämpferisch enttäuschte. Beim späteren Vizemeister Glauchau gab es dann eine weitere Niederlage, obwohl man bis kurz nach der Pause spielerisch sehr gut mithalten konnte. Erst als man sich untereinander lapidare Schuldzuweisungen gab und sich das Team nicht als solches zeigte, verlor man noch deutlich. (23:17) Aussprachen über das jede Mannschaft gefährdende, unschöne Klima brachten in den nächsten Spielen dahingehend Verbesserungen und achtbare Ergebnisse. Zu Punktgewinnen kam es trotz spielerischer Steigerungen aber nicht, sondern es gab vier weitere, teilweise sehr unglückliche Niederlagen. (17:16 in Delitzsch, und zu Hause 20:21 gegen Burgstädt und 17:20 gegen Wahren) Folgerichtig musste das arg gebeutelte HSV-Team die rote Laterne übernehmen und schwebte damit am drittletzten Spieltag der Hinrunde mit 2:14 Punkten in höchster Abstiegsgefahr. Dies musste von der HSV-Sieben und dem Trainer erst einmal verkraftet werden. Im letzten Auswärtsspiel des Jahres 2005 gelang ein 21:23 Sieg beim Vorletzten HSV Mölkau die Wende. Das folgende letzte Heimspiel des Jahres wurde gegen den SV Chemie Zwickau I ebenfalls (24:22) gewonnen, womit man erstmals wieder auf einen Nichtabstiegsplatz stand. Dabei kam erstmals Neuzugang Kamila Dolejsova zum Einsatz. Sie festigte vor allem anfangs die HSV-Abwehr bevor sie im weiteren Saisonverlauf ihren Trainingsrückstand aufholte und sie sich auch im Angriff voll überzeugte.
Sie trug damit zum folgenden Leistungssprung des HSV-Teams und der sehr guten Rückrunde (16:6 Pkt.) maßgeblich mit bei. Bei der 19:17 Niederlage beim BSV Limbach I hielt man bei einem Spitzenteam der Verbandsliga sehr gut mit. Dabei nahm erstmals Mannschaftsleiter Thomas Liebscher mit auf der HSV-Bank Platz. Dies erwies sich für die kommenden Spiele als sehr positiv, da er den HSV-Trainer bei schwierigen Personalentscheidungen den Rücken stärkte, womit sich auch das Mannschaftsklima verbesserte. Der Rückrundenauftakt glückte der HSV-Sieben dagegen wieder. Dank einer starken Teamleistung wurde beim Taucha /Motor Nord mit 16:21 deutlich gewonnen. Beim späteren Verbandsligameister HC Annaberg-Buchholz erkämpfte man sich nach sehr guter Leistung einen Punkt (22:22). Auch der spätere Vize-Meister und damals noch aktuelle Spitzenreiter, der HSV Glauchau I, bekam die spielerische Steigerung des HSV zu spüren und wurde mit 28:26 geschlagen. Mit einem Sieg über den Tabellenletzten Oberlungwitzer SV im Nachholepunktspiel hatte die HSV-Sieben die Chance gehabt, sich den Klassenerhalt vorzeitig zu sichern. Leider bot man dabei eine unerwartet schwache spielerische Leistung und musste sich nach den guten Spielen gegen Spitzenteams zu Hause sensationell mit 14:17 geschlagen geben. Plötzlich gehörte war man wieder zu den abstiegsgefährdeten Teams. Wiedergutmachung gelang gegen Concordia Delitzsch beim 21:16 Sieg. Dabei wurde A-Jugendtorhüterin J. Hänig in ihrem 2. Einsatz in der HSV-Ersten zur Matchwinnerin. Eine vermeidbare Niederlage gab es danach bei Wahren Leipzig (27:20).
Durch den 29:25 Sieg gegen VfL Waldheim und einem 22:25 Erfolg beim Vorjahrs-Vizemeister Burgstädter HC wurde der Klassenerhalt zur zweithöchsten Spielklasse Sachsens aber dann endgültig vorzeitig gesichert. Nach einem vermeidbaren Punktverlust gegen den HSV Mölkau (22:22), wurde beim SV Chemie Zwickau das beste Auswärtsspiel der Saison (22:30) geboten. Mit einem 30:26 gegen den Tabellendritten BSV Limbach wurde die 7. Verbandsligasaison erfolgreich (10 Siege, 2 Unentschieden Zehn Niederlagen) abgeschlossen und mit dem 6. Platz noch souverän gemeistert. 17 Spielerinnen kamen zu Einsätzen. Aber nur fünf Spielerinnnen (Kristin Wendrock, Nora Hahn, Stefanie Arnold, Katrin Stahr und Torhüterin Alena Parthova ) waren bei allen 22 Punkt- und dem einen Pokalspiel dabei.
Lucie Parthova (21 Einsätze), Sylke Sowa und Kristin Arnold (je 20E), Katja Wendrock (19E), Kamila Dolejsova (13E) Monique Günther (12E), Jenny Hänig (8E), Nanette Patz (6E), Kerstin Mehlhorn und Fanny Knebel (je 3E) folgten in dieser Statistik.
Aber auch Martina Hunger die nur einmal dabei war und sich zweimal bereithielt, sowie Ersatztorhüterin Diana Töpfer (1E/ 2x bereitgehalten) hatten wie allen anderen Spielerinnen ihren Anteil am schönen Mannschaftserfolg.
Stefanie Arnold wurde mit 140/davon 61 Siebenmetertoren Fünftbeste Werferin der der Verbandsliga Staffel West.
In der Fair-Play Wertung wurde das HSV-Team Fünfter.
Bei der 7-Meter Statistik belegte man den letzten Platz. (!!)
Von 146 gegebenen Siebenmetern wurden nur 90, d. h. nur 61.6 % verwandelt.
Diese Schwäche war auch sehr ausschlaggebend für die lange Abstiegsgefahr.
Im HSV -Team spielten zwei Geschwisterpaare (Arnold und Wendrock) und mit Alena und Lucie Parthova Mutter und Tochter.
Mit einem Pokalsieg beim Motor Mitte Dresden und zwei zweiten Plätzen bei Turnieren in Annaberg-Buchholz und beim HSV Traditionsturnier wurde die Saison 2005/06 endgültig insgesamt betrachtet, erfolgreich und sogar noch mit dem zweitbesten Ergebnis seit dem Aufstieg beendet. „Wenn man bedenkt, unter welchen komplizierten Bedingungen die Meisterschaft zu bewältigen war, das Team fast völlig neuformiert werden musste, muss man mit dem Endergebnis mehr als zufrieden sein“. „Denn zum Abstiegsplatz hatten wir am Ende einen Vorsprung von 12 Punkten“. „Was die Frauen im Training und im Spiel dabei geleistet haben ist bemerkenswert, denn in der spielstarken Verbandsliga zu bestehen ist nicht mit links zu machen, sondern verlangte von allen sehr viel Engagement ab. “. „Dafür gilt allen Aktiven mein herzlicher Dank“. „Gleichzeitig möchte ich hiermit auch Torwarttrainer Karel Part und Mannschaftsleiter Thomas Liebscher für ihre konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung danken“. „ Als Vizepräsident des Vereines gilt mein Dank aber allen die uns in irgendeiner Weise unterstützt und mitgewirkt haben, von der Bundeswehr, der Stadtverwaltung Marienberg, den Sponsoren usw., denn ohne sie wäre ein Spielbetrieb auf dem hohen Niveau nicht möglich“, so HSV Trainer Karlgeorg Frank.
Verbandsliga Sachsen Frauen Staffel West 2005/06
| Platz | Mannschaft | Spiele | g | u | v | Tore | Tordiff. | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | HC Annaberg-Buchholz (N) | 22 | 17 | 3 | 2 | 534:420 | 114 | 37:07 |
| 2 | HSV Glauchau | 22 | 17 | 1 | 4 | 542:440 | 102 | 35:09 |
| 3 | BSV Limbach-Oberfrohna | 22 | 14 | 1 | 7 | 489:444 | 45 | 29:15 |
| 4 | TSV 1893 Leipzig-Wahren | 22 | 13 | 2 | 7 | 460:433 | 27 | 28:16 |
| 5 | VfL Waldheim 54 | 22 | 10 | 3 | 9 | 547:532 | 15 | 23:21 |
| 6 | HSV 1956 Marienberg | 22 | 10 | 2 | 10 | 477:483 | -6 | 22:22 |
| 7 | SG Taucha-Olympia | 22 | 11 | 0 | 11 | 474:485 | -11 | 22:22 |
| 8 | SV Chemie Zwickau | 22 | 9 | 0 | 13 | 463:474 | -11 | 18:26 |
| 9 | Burgstädter HC | 22 | 8 | 1 | 13 | 493:494 | -1 | 17:27 |
| 10 | Concordia Delitzsch (N) | 22 | 7 | 1 | 14 | 438:515 | -77 | 15:29 |
| 11 | HSV Mölkau - Die Haie | 22 | 4 | 2 | 16 | 432:502 | -70 | 10:34 |
| 12 | Oberlungwitzer SV | 22 | 4 | 0 | 18 | 376:503 | -127 | 08:36 |
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