WJB: Pokal-Krimi ohne Happy End
Bezirkspokal 11/12, Halbfinale:
NSG EHV/Nickelhütte Aue – HSV 1956 Marienberg 30:27 (24:24, 14:13) n.V.
Am vergangenen Sonntagnachmittag gastierten die Mädels der weiblichen Jugend B des HSV 1956 Marienberg zum Halbfinale im Bezirkspokal-Wettbewerb bei der SG EHV/Nickelhütte Aue. Die Tippmann-Truppe hatte sich vor Anpfiff der Begegnung fest vorgenommen, diesmal gegen Aue zu siegen und somit ins Enspiel einzuziehen.
Nach einer nervösen Anfangsphase, in der beide Teams zweimal einnetzen konnten, fand Aue früher den Spielfaden und setzte sich auf 5:2 ab: Immer wieder wirbelte das Heimteam die Deckung der Marienberger durcheinander und erzielte einfache Treffer. In der Folge stabilisierte sich die Abwehr des HSV und einige abgefangene Bälle wurden per Tempogegenstoß im Auer Kasten versenkt. Im Positionsangriff zeigte vor allem Michelle Schmähling ihr Können und wurde oft nur unfair gestoppt. Folgerichtig pfiffen die Schiedsrichter im gesamten Spielverlauf 8 Strafwürfe, von denen allerdings nur einer (!) den Weg ins Gehäuse des Gegners fand. Die 7:6-Führung von Aue drehte Marienberg zum 8:9 und ging wenig später sogar mit 2 Treffern in Front (8:10). Schnell hatte das Heimteam die nötige Antwort und erzielte das 10:10. Zum Ende der ersten Halbzeit spielten dann beide Teams auf Augenhöhe, wobei die SG eine 14:13-Pausenführung behaupten konnte.
Mit dem ersten Treffer im zweiten Durchgang erzielten die Gäste den Ausgleich. Danach war wieder Aue am Drücker: Vor allem Sarah Weigel spazierte das ein ums andere Mal durch die Marienberger Deckung, netzte selbst ein oder setze ihre Mitspieler gekonnt in Szene. In 42. Minute erzielten die Gastgeberinnen die 22:17-Führung. HSV-Trainer Chris Tippmann reagierte folgerichtig mit einer Auszeit. Die Mädels hatten offensichtlich genau zugehört und markierten binnen 100 Sekunden 3 Treffer in Folge, was nun wiederum die Heimsieben zum Timeout veranlasste (22:20). Verbissen kämpften die Gäste jetzt in der Deckung, doch die Ballgewinne wurden durch leichte Fehler immer wieder verspielt. Die SG ließ sich nicht lange bitten und erzielte 5 Minuten vor dem Ende das 24:20. Vorentscheidung – nein! Starke Paraden und konzentrierte Aktionen brachten mit 4 Toren in Folge den umjubelten Ausgleich. Etwa 30 Sekunden vor Spielende hatten dann die Gäste sogar die Chance zur Entscheidung, doch der letzte Wurf landete in der Armen der Auer Torhüterin. So stand es nach 50 Minuten 24:24. Dies bedeutete zweimal 5 Minuten Verlängerung.
Nach 5 Minuten Pause dann der HSV mit dem ersten Tor: 24:25! Nun leistete sich Marienberg wieder einige überhastete Aktionen, die Aue prompt bestrafte und das Blatt wieder wendete: 27:25. Doch die Gäste gaben nicht auf: Vivian Dresel markierte vor dem Seitenwechsel noch das 27:26 aus dem Rückraum.
Die letzten 5 Minuten sind schnell erzählt: Zunächst gelingt der Tippmann-Sieben der Ausgleich: 27:27. Dann netzt Aue zum 28:27 ein und kann nach Fehlwurf Marienberg auf 29:27 erhöhen. Die Gäste sind nun mit den Kräften am Ende und glauben auch nicht mehr an einen Sieg. Das Heimteam erzielt mit dem 30:27 den letzten Treffer der Partie und steht somit im Finale – herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!
„Wir haben heute zu viele einfache Fehler gemacht, dazu noch die Schwäche vom Punkt. Schade, es sollte eben nicht sein. Trotzdem ein Riesenkompliment an alle Mädels: Toll, wie sie sich immer wieder zurück gekämpft haben – ich bin stolz auf meine Mannschaft!“, so der Trainer.
HSV: Laura Monse, Jessica Flemming – Vivian Dresel, Claudia Wohlgemuth, Aylin Jendroßeck, Lena Müller, Michelle Schmähling, Jessica Richter, Magdalena Rohlf, Anne-Katrin Weingardt, Sarah Morgenstern, Sophie Weingardt.
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