F1: Handballkrimi ohne Happy End für unsere Erste

Spitzenreiter strauchelte, fiel aber nicht
Sachsenliga: HSV 1956 Marienberg- HC Rödertal II 31:33 (Hz.14:16)

Mit acht Treffern war Ioana Ana-Maria Pocris (94) Torschützenbeste des HSV

Nach einer Punktspielpause bekamen die Zuschauer auf den sehr gut besetzten Rängen in der Sporthalle „Am Goldkindstein“ einen sehenswerten, gutklassigen und bis zuletzt spannenden Handballkrimi geboten. Leider gab es in der Sachsenliga-Partie für die 1. Frauenmannschaft des HSV kein Happy End. Sie musste sich dem souveränen Spitzenreiter HC Rödertal II knapp mit 31:33 geschlagen geben. Wie bei der Handball-WM der Männer wurde das Match durch eine unübersichtliche und harte Entscheidung der Schiedsrichter 49 Sekunden vor Schluss mitentschieden.

Beim 30:31 Rückstand unserer Sieben gaben die sonst sehr gut leitenden Unparteiischen erst nach kurzer Beratung einen zweifelhaften Siebenmeter für die Gäste. Obwohl Frenzi Heft im Gegenzug den Anschlusstreffer zum 31:32 erzielte und ihr Team versuchte, mit offensiver Abwehr zum Ballgewinn zu kommen, reichte es nicht für ein Remis.

Die jungen Bienen, die zusätzlich in der A-Jugend-Bundesliga spielen, setzten mit ihrem 33 Treffer den alles entscheidenden „Stich“. Den Schiedsrichtern aber die Schuld zu geben, wäre total verfehlt. Sie haben keinen Videobeweis und müssen in Sekundenbruchteilen entschieden. Ob die Bergstädterinnen ohne diesen Siebenmeter noch einen Punkt erkämpft hätten, ist auch nur Spekulation. Sie hatten während der Partie mehrmals die Chance, den Ausgleich zu erzielen und in Führung zu gehen.

„In der 1. Halbzeit bekamen wir zu viele einfache Tore. Hinzu kamen zu viele technische Fehler und mehrere unplatzierte Würfe. Dies bestraften die Bienen gnadenlos mit sehenswerten Kontertoren. Dabei waren unsere Torhüterinnen oftmals einfach chancenlos. In der 2. Halbzeit kämpften wir uns sensationell zurück. Durch ein paar einfache Fehler gaben wir ein mögliches Unentschieden oder vielleicht sogar den Sieg aus der Hand. Der unglückliche Siebenmeter (Foul im 9-Meterbereich) bedeutete letztlich das endgültige Aus“, resümierte Trainer Stefan Süßmilch.

Vom Spielverlauf betrachtet, hat der Spitzenreiter verdient gewonnen. Er führte bis zur Pause (16:14) und bis zur 43. Minute (20:19) immer mit einem (3:2) bis vier (9:5) Toren. Als Stephanie Gaitzsch erstmals den Ausgleich zum 20:20 und die Torschützenbeste des Tages Ioana Ana-Maria Pocris (8/3T) die erstmalige Führung zum 21:20 erzielte, stand die Halle Kopf. Die Bienen zogen allerdings gleich wieder mit 25:22 weg. Als Spieldirigentin Kristin Tippmann-Wendrock zum 26:26 (51.) ausgleichen konnte, stand die Partie auf der Kippe. Erneut „stachen“ die Bienen zu und gingen mit 31:28 (57.) in Führung. Wiederholt gab sich das HSV-Team nicht geschlagen. Leonie Tinney konnte zum 30:31 verkürzen. Der Favorit strauchelte, fiel aber nicht. Trotz der unglücklichen Niederlage hat Frank Reimann den HSV-Damen mit seinem Abschluss- Zeremoniell, die sonst nur bei Siegen gibt, für ihre guten Leistungen gedankt.

„Unsere jungen Spielerinnen erbrachten den Nachweis, in der Sachsenliga bestehen zu können. Allerdings sind noch schwankend in ihren Leistungen zwischen Welt- und Kreisklasse. Die älteren müssen das oftmals ausgleichen. Wenn jene einmal die Mannschaft verlassen dann wird es schwer. Ioana hat erneut ganz stark gespielt. Auch unsere Torhüterin Laura Monse hielt uns nach der Pause mit starken Paraden im Spiel. Es wäre schon schön gewesen, einen Punkt zu erkämpfen. Machbar war es. Insgesamt war ich vom Teamgeist und Einsatz her sehr zufrieden. Das war ganz große Klasse. Wir haben den Zuschauern ein super Spiel geboten. Für mich als Trainer ist das Ergebnis logischerweise nicht zufriedenstellend. Mit Niederlagen kann man ja nicht zufrieden sein. Wir wollten den Spitzenreiter fordern. Das ist uns gelungen. Wenn wir diese Leistungen bei den nächsten Partien abrufen, dann werden wir Siege bejubeln können“, ergänzte der HSV-Trainer.

Das Duell der Torschützenbesten ihrer Teams entschied Isabel Wolff mit 9:8 gegen Ioana Anna-Maria Pocris knapp für sich,

Der HSV spielte mit:
Nadine Werner, Laura Monse (Tor), Sylke Sowa, Kristin Tippmann-Wendrock (3), Ioana Ana-Maria Pocris (8/3), Leonie Tinney (5), Stephanie Gaitzsch (4), Vivian Dresel (2), Nadine Seidel, Emily Mehlhorn (7), Lena Müller , Frenzi Heft (2)

Siebenmeter: HSV 3/3, HC R 6/5,
Zeitstrafen: HSV 3, HCR 2.

Karlgeorg Frank

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