Saisonstart am Wochenende
Sieben Teams des HSV beginnen am kommenden Wochenende die Handball-Saison 2025/2026. Fünf Begegnungen müssen die Handballerinnen zum Auftakt absolvieren. Davon sind vier Mannschaften auf Resien. Nur am Sonntag gibt es ein Heimspiel für die D-Jugend. Sie treffen in der Regionalliga Sachsen auf den BSV Limbach-Oberfrohna.
Am Sonntag beginnt auch für die junge Frauenmannschaft die Saison. Gleich zu Beginn trifft man in Döbeln auf einen schweren Gegner. Das letzte Aufeiandertreffen der beiden Mannschaften endete in Marienberg mit einen Sieg der Gäste aus Döbeln. Also gibt es für die HSV-Frauen eine offene Rechnung.
Wie in den vergangenen beiden Jahren, als die Bergstädterinnen jeweils Bronze erkämpften, soll auch nun wieder der erste Schritt in Richtung Podest vollzogen werden. Unabhängig vom Ausgang dieser Partie haben die Marienberger schon jetzt Grund zum Jubeln, denn den Verein erreichte frohe Kunde vom Handball-Verband Sachsen. Der hat den HSV, der sich auf den Mädchen- und Frauenbereich konzentriert, im Sommer offiziell als Talentstützpunkt eingestuft, was aber keineswegs nur an den Erfolgen der letzten beiden Spielzeiten liegt.
„Es ist eine Anerkennung für die Vereinsarbeit, die hier schon über viele Jahre geleistet wird“, sagt Chris Tippmann. Als Trainer der Frauen-Mannschaft erntet er gerade die Früchte dieser Arbeit, denn der Kader besteht zu 100 Prozent aus Eigengewächsen. Geformt in der Talentschmiede des HSV, die ihre eigenen Wege zum Erfolg gefunden hat. So wird seit 2008 unter Leitung von Dana Dresel das Handball-Minispielfest für regionale Grundschulen ausgerichtet, das nicht nur den Spaß vieler Mädchen am Handball fördert. Zugleich dient diese Veranstaltung, die neben der Torejagd noch andere sportliche Herausforderungen zu bieten hat, der Talentsichtung.
Schon so manche Laufbahn wurde durch das Minispielfest ins Rollen gebracht – laut Tippmann ein wichtiger Faktor. „Aufgrund unserer geografischen Lage am Rand Sachsens gibt es kaum externe Zugänge“, erklärt er. Und auch nicht jede junge Spielerin, die im Grundschulalter anfängt, schafft es bis hinauf in den Damenbereich. „Berufs- und studienbedingt gehen natürlich auch einige weg“, so der Coach. Doch von unten rücken immer wieder Talente nach – auch weil der Verein auf ein großes Betreuer- und Trainerteam bauen kann. Sechs der Übungsleiter verfügen über eine Lizenz, eine weitere C-Lizenz komme bald dazu.
Dank der vielen Helfer im Hintergrund ist der HSV mit insgesamt sieben Nachwuchs-Teams im Spielbetrieb vertreten. In der B-, C- und D-Jugend wird sogar auf Landesebene gespielt, was als großer Erfolg einzuschätzen sei, zugleich aber auch als notwendige Basis für die Zukunft. „Man darf sich nicht ausruhen und zurücklehnen. Sonst könnte in einigen Jahrgängen eine Lücke entstehen, die nie wieder aufzuholen ist“, betont Tippmann. Umso größer ist seine Freude darüber, dass es wie im Vorjahr wieder zwei E-Jugend-Mannschaften mit jeweils 14 Mädchen gibt. Irgendwann stoße man damit dann doch an Grenzen – allerdings nicht in personeller Hinsicht. „So langsam werden die Hallenzeiten knapp“, sagt der HSV-Trainer. Einige Übungseinheiten werden bereits verkürzt, um so Platz zu schaffen für andere Teams.
Wie die steigende Zahl an Nachwuchsspielerinnen sind auch deren Erfolge – unter anderem gewannen die A-Juniorinnen 2024/25 den Sachsenmeistertitel – dem sächsischen Verband nicht verborgen geblieben. Da alle Voraussetzungen für die Einstufung als Talentstützpunkt erfüllt wurden, gab es nun die entsprechende Urkunde. Und die ist weit mehr als nur eine weitere Trophäe in der Vitrine. „So etwas hat eine Außenwirkung“, erklärt Tippmann, warum dieser Aspekt zum Beispiel positiven Einfluss auf die Sponsorensuche hat. Auch werde so noch mehr Interesse geweckt bei jungen Familien, die überlegen, ihr Kind in einen Sportverein zu schicken. „Für Mädchen ist der HSV eine gute Adresse“, sagt der Trainer, der viele der Spielerinnen, die am Sonntag in Döbeln den ersten Saisonsieg einfahren wollen, von Anfang an begleitet hat.