wJE: Gigantisches Turnier in Prag

Beim Prager Handball-Cup schlug sich die E-Jugend des HSV ausgezeichnet. In der Vorrunde belegte das Team Rang drei von sieben Mannschaften und qualifizierte sich für die Hauptrunde. Hier scheiterten die Mädchen erst im Siebenmeterwerfen am Rostocker HC. 

Das Turnier in Prag ist das größte Handballturnier Europas. Über 800 Mannschaften aus 24 Nationen, von der A-Jugend bis zur E-Jugend, waren dabei. Von Freitag bis Montag war Prag ein gigantisches Handballspielfeld in 56 Hallen über die gesamte Stadt verteilt.

Auch in der heimischen Meisterschaft ist die E-Jugend sehr gut dabei. Nach 20 von 22 Partien stehen die E-Jugend-Handballerinnen des HSV 1956 Marienberg in der Regionsoberliga immer noch mit weißer Weste da. Noch beeindruckender als ihre 20:0 Punkte sind die 629:162 Tore, mit denen sie die Tabelle souverän anführen. Fast doppelt so viele Treffer erzielt zu haben wie der ärgste Verfolger, spricht für sich. Zugleich war es Ansporn, eine neue Herausforderung zu suchen. Der Prager Handball-Cup kam da gerade recht. „Was die Veranstalter da auf die Beine stellen, ist der Wahnsinn“, sagt HSV-Trainer Chris Tippmann über das größte Handball-Turnier Europas.

Fast 100.000 Tore an vier Tagen

Aus dem ganzen Kontinent reisen seit Jahren zig Vertretungen am Osterwochenende in die tschechische Hauptstadt. Diesmal waren es exakt 824 Teams aus 24 Ländern, die in insgesamt 56 Turnhallen ihr Können unter Beweis stellten. Von der E- bis hinauf zur A-Jugend wurden dabei an vier Tagen 2965 Partien absolviert, in denen insgesamt 93.573 Tore fielen. Noch beeindruckender als diese Zahlen war laut Tippmann die Stimmung an den Spielorten. „Oft konnte man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen“, berichtet der Marienberger Coach. Vor allem die einheimischen Fans, zumeist Eltern der spielenden Mädchen und Jungen aus Prag, sorgten mit ihren Trommeln für einzigartige Stimmung. Doch auch bei so mancher Diskussion mit den Schiedsrichtern wurde es Tippmann zufolge laut.

„Da ist die Hölle los“, sagt der HSV-Trainer, der das Turnier trotz so mancher hitziger Worte als „tolles Erlebnis“ bezeichnet. Auch, weil es seinen Schützlingen die Chance bot, mal über den Tellerrand hinauszublicken und sich mit internationaler Konkurrenz zu messen. Zwar war die weibliche E-Jugend-Konkurrenz mit 28 Teams längst nicht so stark besetzt wie beispielsweise die männliche C-Jugend (134), doch hatte es dieser Wettkampf auch so in sich. Zweimal 15 Minuten dauerten die Partien bereits in der Vorrunde, in der es die jungen Marienbergerinnen unter anderem mit vier tschechischen Mannschaften zu tun bekam. Drei Siege und eine Niederlage konnten sich sehen lassen, zumal die HSV-Vertretung auch den Wilhelmshavener HV mit 28:11 schlug und gegen den HK Laugaricio Trencin aus der Slowakei 19:19 spielte.

 

 

Kaum Frust trotz dramatischem Aus

Wie hoch das Remis im letzten Gruppenspiel einzuschätzen war, zeigt die Tatsache, dass Trencin am Ende hinter dem DHC Plzen Zweiter wurde. Die jungen Marienbergerinnen waren da schon längst ausgeschieden, weil sie ein dramatisches Achtelfinale gegen den Rostocker HC hauchdünn verloren. „Im Siebenmeterwerfen, weil es nach der regulären Spielzeit unentschieden gestanden hatte“, so Tippmann. Von Frust war aber wenig zu erkennen. Einerseits, weil diese Form der Entscheidung für seine Spielerinnen Neuland darstellte, gibt es doch im sächsischen E-Jugend-Spielbetrieb Penaltys statt Siebenmeter: ein Dribbling von der Mittellinie mit anschließendem Schlagwurf. Andererseits war die Niederlage auch deshalb zu verschmerzen, weil das Abschneiden dem Trainer zufolge nur zweitrangig war.

Es sei darum gegangen, Erfahrungen zu sammeln – auf und abseits des Spielfeldes. Zwar ließ der eng gestrickte Zeitplan nicht allzu viele Unternehmungen zu, doch wurden gleich am ersten Abend bei einer Sightseeing-Tour die bekanntesten Prager Sehenswürdigkeiten besucht. Auch die Spiele selbst waren eine Art Ausflug in neue Sphären, zumal es das Turnier auch in körperlicher Hinsicht in sich hatte. „Gefühlt sind wir immer die Kleinsten“, sagt Tippmann, der daher umso stolzer auf die erzielten Ergebnisse ist. Und an die soll seine Mannschaft nun auch zuhause anknüpfen, wo am 26. April der letzte Spieltag in der Regionsoberliga ansteht. Danach will es der HSV-Nachwuchs auch bei der sächsischen Bestenermittlung wissen, wo die jeweils zwei besten Teams aller vier Spielbezirke aufeinandertreffen.